Die aktuellen und die Zukunftsprojekte machten die Freien Bürger Collenberg bei der Informations- und Diskussionsveranstaltung am Dienstag zum Thema. Dass das künftige Ratsgremium nicht nur eine Menge an bereits begonnenen Projekten abzuarbeiten, sondern sich auch vielen bereits bekannten Aufgaben und den strukturellen Defiziten stellen muss, wurde im Lauf der dreistündigen Veranstaltung deutlich. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden, Kai Strüber, stellte Petter Podraza die neu gestaltete Homepage der FBC und deren Strukturen vor. Die von Peter Mayer präsentierten Themen lieferten detaillierte Informationen und lösten teils intensive Diskussionen aus. So zur Umgestaltung des Mainvorlandes, die nicht nur auf den Ortsteil Reistenhausen beschränkt, sondern bis zum Fechenbacher „Henncheplatz“ ausgeweitet werden sollte und die Zielgruppe der Senioren berücksichtigen müsse. Eindeutig war die Meinung, dass das geplante Seniorenzentrum für die Gemeinde immens wichtig sei und gerade die Lage mitten im Ort große Vorteile habe. Überhaupt müsse, so der Tenor in der Diskussion, der Fokus stärker auf die Bedürfnisse der Senioren ausgerichtet werden. Nachbarschaftshilfe sei wichtig, aber der ländliche Raum und insbesondere der Südspessart sei hinsichtlich Mobilitätsangeboten und der Erreichbarkeit von Fachärzten, Krankenhäusern und Apotheken ein „Notstandsgebiet“. Große Probleme und Sorgen wurden auch beim Verkehr deutlich. Zu keiner Zeit sei ernsthaft an einem Verkehrskonzept für den Südspessart gearbeitet worden und der vom Bauamt behauptete Ausbau der Verkehrsachse mit Brücke und Umfahrung in Kirschfurt einerseits und den Umfahrungen in Faulbach und Stadtprozelten andererseits verstärke ohne entsprechende Entlastung nur die Probleme in Collenberg und Dorfprozelten. Unter diesen Vorgaben die Altorte beleben und wohnenswert erhalten zu wollen, bleibe auf Stückwerk beschränkt. Zu diesem Stückwerk gehören die Umgestaltung von Kirchplatz und Pfarrgarten mit der Sanierung der alten Schule, die von der Gemeinde angestrebte Sanierung des Quartiers zwischen „Kleiner Gasse“ und Schloßstraße und die Überlegungen zur Nutzung des „Schulgartens“ an der Fechenbacher Kirche. Den Erhalt von Geschäften und Gaststätten zu sichern, dass hätten die Collenberger durch ihr Nutzungsverhalten selbst in der Hand. Pflichtaufgaben mit hohem Kostenpotenzial seien die Sanierung von Ortsstraßen, Kanälen und Wasserleitungsnetz und das Problem mit zugeparkten Straßen lasse sich mit einem „Parkraumkonzept“ lösen. Sportlich habe Collenberg mit dem Bogenparcours und den Mountainbikestrecken bereits Ausrufezeichen gesetzt und kulturell könne die Alte Kirche mit der Aufarbeitung der Sandstein Geschichte der ganzen Region ein solches werden. Aufgaben für die Zukunft seien, Ideen und Visionen zu entwickeln, um aus den Gegebenheiten des Beste herauszuholen, negative Entwicklungen zu erkennen und zu blockieren, erkannte Notwendigkeiten auch gegen Widerstände durchzusetzen, Projekte nach Prioritäten zügig abzuwickeln, und die Interessen der Gemeinde nachdrücklicher als bisher zu verfolgen. Daran mitzuarbeiten, sei jeder Bürger aufgefordert.

Einladung
Informieren - diskutieren - mitreden
Am Dienstag, 14. Januar um 19:30 Uhr in der Alten Schule
Im OT Reistenhausen wollen wir Sie über den Stand bei wichtigen
Zukunftsprojekten informieren und mit Ihnen darüber reden.
Zum Beispiel über
• Umgestaltung Mainvorland, Kirchplatz und Schulgarten
• Grundversorgung, Seniorenzentrum,
• Ortsstraßen und Altorte,Quartier „Kleine Gasse“,
• Verkehr und Parkraumkonzept
Allein diese Themen bieten reichlich Diskussionsstoff.
Aber genauso wichtig nehmen wir alles, was Ihnen sonst noch am Herzen liegt,
oder unter den Nägeln brennt.
Anregungen, Wünsche, Ideen - alles ist uns wichtig!

In Bearbeitung, die Präsentation steht ab ca. Mitte Februar zur Verfügung.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der alte Saal der ehemaligen Kirschfurter Schule bei der Informationsveranstaltung der FREIEN BÜRGER COLLENBERG FBC am Dienstag. Der Andrang und die regen Diskussionen der über 2-stündigen Veranstaltung zeigen die Aktualität und die Brisanz der beiden Hauptthemen, nämlich die Erschließung des Baugebietes „Sand“ und das Verkehrs Projekt Freudenberg-Kirschfurt mit Brücke und Umfahrung. Mit einer Präsentation rief der 2. Bürgermeister Peter Mayer die Fakten und Planungen zu beiden Themen in Erinnerung. Überaus komplex und problematisch stellt sich die Baugebietserschließung in der Streusiedlung dar. Über mehr als ein Jahrhundert nach und nach entstanden, ist die ansonsten selbstverständliche Infrastruktur mit Straßen, Wasser und Beleuchtung nur teilweise vorhanden und eine Kanalisation fehlt ganz. Viele Wohnhäuser sind nur über einen schmalen Bahnbetriebsweg erreichbar und ein Wohnhaus gar nur über einen Feldweg im Hochwassergebiet. Über mehrere Perioden hinweg haben sich Ratsgremien vergeblich bemüht, dem Chaos Herr zu werden. Immer stand entweder ein Problem im Weg, wie zum Beispiel die ungeklärte Zufahrt oder die Frage der Verkehrslösung, die in früheren Planungen das Gebiet durchschnitt. Jetzt scheint die Umfahrung in trockenen Tüchern, die Zufahrt ist zumindest technisch gesichert, sodass der Gemeinderat den Bebauungsplan in Auftrag gab. Aber die weitere Umsetzung gestaltet sich aufgrund von rechtlichen Anforderungen und Fragestellungen als schwierig. Es gab Bedenken bezüglich der erforderlichen Kanalisation und ebenso von Teilen der aktuellen Anwohner wegen der umzulegenden Kosten. Für den Gemeinderat bleibe, so Mayer, die Wahl zwischen der Erschließungsverpflichtung einerseits und den massiven Problemen und Widerständen andererseits ein extrem schwieriger Spagat. Einig war man sich in der intensiven aber immer sachlichen Diskussion immerhin, dass Handlungsbedarf besteht, dass reichlich Probleme und Fallstricke auszuräumen sind und dass nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden sollte. Diese Forderung gilt auch für die Verkehrslösung mit der Brücke und der bogenförmigen Umfahrung, die an drei Stellen Zufahrten in den Ort bzw. ins Kiesabbaugebiet vorsieht. In der Kritik stand sofort der Mittelanschluss, da von dort aus Quell- und Zielverkehr über das Wohngebiet und an einen Spielplatz vorbei zu erwarten ist und die Einmündung in die Umfahrung mit der Querung der Fahrspuren Unfälle provozieren werde. Ohne jede Ausnahme waren die rund 40 Besucher der Ansicht, lieber längere Wege über den nördlichen Kreisel in Kauf zu nehmen und auf den Mittelanschluss zu verzichten. Dies sollten die anwesenden Räte ins Gremium übermitteln und in die Entscheidungen einbeziehen. Zur Sprache kamen noch die Unwirksamkeit der 30er-Zone im Altort, das Ignorieren der Durchfahrtsbeschränkung in Richtung Angelseen und uneinsichtige Hundehalter. Der Vorsitzende der FBC, Kai Strüber bedankte sich abschließend für den Besuch und die rege Diskussion und für das gleich eingangs geäußerte Lob dafür, den Kontakt mit den Betroffenen zu suchen und sich der Probleme anzunehmen. Er sicherte zu, solche Veranstaltungen regelmäßig anzusetzen.